Gesundheitspraxis für Pferde
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Interessantes zum Lesen

Kotwasser

Immer mehr Pferde leiden unter Kotwasser - und ihre Besitzer leiden mit. Und in der Tat ist Kotwasser ein Problem, das sich oft als Therapieresistent erweist. Die Ursache liegt oft im dunkeln. Fakt ist, es ist ein mulitfaktorielles Geschehen und - ungünstiger Weise - ein sich selbst aufrechterhaltendes Problem...

 

Doch was ist Kotwasser überhaupt?

 

Kotwasser kann in unterschiedlichen Ausprägungen vorkommen. Vom leichten Tröpfeln bis hin zum Schwall ist alles möglich. Häufig haben die Pferde normal geformten Kot. Unterschwelliges Kotwasser fällt manchmal garnicht auf. Erst wenn man sozusagen in die Sch... langt und diese in der Hand zusammendrückt, merkt man, das man sie wie einen Schwamm ausdrücken kann.

Es können alle Altersgruppen und alle Rassen betroffen sein wobei besonders bei Robustpferden, Kaltblütern und Barockpferden eine Häufung festzustellen ist. Es gibt Kotwasser das immer da ist und welches das nur gelegentlich auftritt.

 

Mögliche Ursachen (nicht abschließend)

 

- psychische Ursachen (Rangordnung, Stress, Herdenzusammensetzung,...)

- gestörte PH-Regulation

- mechanische Reizung durch z.B. Sand oder ungeeignetes Strukturfutter im Darm

- zu wenig Speichel z.B. bei zu knapper Heufütterung

- zu lange Fresspausen

- ungeeignete Futtermittel (Silage,...)

- Milchsäurebakterien im Darm (z.B. durch Silage, zu viel Kraftfutter bzw. Stärke,...)

- Überlastung der Leber

- Schmerzen (Magengeschwüre, Zahprobleme, Hufrehe, etc.)

 

Kotwasserkreislauf

 

Es kommt dann zu einer Ansäuerung des Darms. Der saure PH reizt die Schleimhaut und führt zu Entzündungen der Schleimhaut. Schleimhautzellen werden zerstört. Der Darm wird "löchrig", es kommt zum Leaky Gut-Syndrom bei dem die Funktion des Darms nicht mehr vollständig gegeben ist. Wasser kann aus dem Körper in den Darm zurückfließen, außerdem wird der Darm durchlässiger für Schadstoffe wie Toxine die umgekehrt in den Körper gelangen können. Der Darm säuert weiter an. Das Pferd hat Schmerzen und Stress und der Kreislauf beginnt von neuem...

Da der Darm in seiner Funktion eingeschränkt ist ist auch die Produktion von aktivem B6 nicht mehr gegeben. Versuche diesen Mangel mit Bierhefe auszugleichen sind erfolglos, da Pferde B6 aus Futtermitteln nicht aktivieren können. Sie produzieren es in der Natur (in der sie auch kein Kotwasser hätten) selbst. B6 brauchen sowohl die Nerven für ihre Funktion als auch die Leber um zu Entgiften. Wenn es fehlt kommte - nachvollziehbarerweise - zu Problemen.

 

Daher ist das Füttern von "saugendem" Material, wie in vielen Anti-Kotwasser-Produkten enthalten zwar sinnvoll, löst aber das eigentliche Problem nicht. Oft wirken die Mittel eine Zeit allerdings kehrt das Kotwasser oft umso stärker zurück sobald sie abgesetzt werden. Wobei das Abbinden des Kotwassers per se eine gute Idee wäre...

 

Ein sinnvoller Therapieansatz ist also immer ganzheitlich. Es muß sowohl der Alltag des Pferden (Haltung, Herde, Schmerzen, Stress, etc.) als auch ganz genau seine Fütterung (auch Leckerlis von Zaungästen o.ä.) und Medikamente berücksichtigt werden. Ein Test auf KPU kann anzeigen, wie stark der Darm bereits geschädigt ist. Die Kontrolle des PH-Werts kann ebenfalls wertvolle Hinweise liefern. Erst dann kann über eine Darmsanierung, sinnvolle Säurebindung im Darm (bitte kein Natriumbicarbonatpulver!!!) und Abbinden des Kotwassers zur Uunterbrechung des Kreislaufes nachgedacht werden.

 

 

Kontakt

Gesundheitspraxis für Pferde

Stefanie Tiebe-Fett, MBA

Am Michelsberg 9

91207 Lauf a.d.Pegnitz

 

Telefon

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